Helbing knows best.

God save McQueen

Posted in Allgemeines, Mode by Ernst on Donnerstag, 11 Februar 2010

Er liebte es, zu schockieren. Mit Models, die Wölfe über den Laufsteg spazieren führen, Damien Hirst mäßig einen Glaswürfel staffieren, sich mit Kunstblut bespritzen lassen oder immer wieder mit Elementen aus der SM-Szene zelebrierte Alexander McQueen den für die glitzernde Modewelt so wichtigen Skandal meisterhaft. Allerdings waren seine Kleider nicht nur provokant, sondern viel eher von äußerst präziser und raffinierter Schnittkunst.

Diese lernte der 1969 geborene Alexander McQueen als Jugendlicher in der Londoner Savile Row, dem Epizentrum englischer Maßschneiderkunst. 1992 schloss er sein Modestudium am berühmten St. Martins College ab. 1994 gründete er sein eigenes Label. 1996 wurde er für viele überraschend Designer für die Haute Couture von Givenchy. Seine Kreationen galten stets als visionär. Als Designer war er dem Zeitgeist voraus.

Zu seinen engsten Freundinnen zählte die britische Stilikone und Modejournalistin Isabella Blow. Sie war es, die ihn 1992 am St. Martins entdeckte und seitdem förderte. 2007 nahm sich die unter Depressionen leidende Blow das Leben. Was die beiden womöglich verband, war neben dem amüsanten Spiel der Theatralik (Blow erregte stets mit gewagten Kleidern und Kopfputz Aufmerksamkeit) das Nichtgefällige. McQueen gab sich stets betont hässlich mit verstummelten Zähnen, Skinhead-Frisur und Speckröllchen. Er selbst bezeichnete sich einst sogar als „fette Schwuchtel“.

Den größten Schock für die Modewelt und seine Fans hat er sich jedoch aufgehoben: Am 11. Februar wurde Alexander McQueen tot in seiner Londoner Wohnung aufgefunden . Selbstmord. Was bleibt: Seine Legende.

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Die Leinwand als Laufsteg

Posted in Medien, Mode by Ernst on Donnerstag, 25 Juni 2009

Es hat ja mittlerweile keinen Seltenheitswert mehr, die neue Kollektion in einem Video zu zeigen statt mit Models auf dem Laufsteg. Zuletzt tat das Alexander McQueen bei den Mailänder Männerschauen. Allerdings zeigt das gut zwei Minuten lange, ästhetisch gut gemachte Video keine Kleidung (abgesehen vom schneeweißen Herrenschlüpfer, den der gut gebaute Darsteller trägt). Wo bleibt darin die mcqueensche Magie?

Wesentlich besser gelang das Stefano Pilati mit seinem Modefilmchen für die YSL-Sommerkollektion 2009. In sieben Kurzfilmen zeigte der englische Schauspieler Jack Huston auch schon mal auf dem Kopf stehende fantastisch geschnittene Anzüge, ultraleichte Sportblousons und goldfarbene Strickjacken. Beim gucken unbedingt den Ton einschalten, um die fantastische Musik zu hören.