Die Queen of less for less
Das lang ersehnte Comeback von Jil Sander ist jetzt amtlich: Die Queen of less wird künftig beratende Designerin für die japanische Modekette Uniqlo, Japans Antwort auf H&M. Das berichtete das Branchenblatt Women’s Wear Daily in der Nacht. Bereits im Februar wurde Sander auf der Stoffmesse Première Vision in Paris gesichtet, seitdem schlug die Gerüchteküche ganz hohe Wellen.
Uniqlo ist vor allem bekannt für farbenfrohe Basics und kuschelweiche Kaschmirpullis für unter 100 US-Dollar. Wer könnte da besser ins Designkonzept passen als Kaschmir-Junkie Jil Sander.

Ril Simander
Schon an der Modeschule lernte ich, ein Kleidungsstück immer wie eine Skulptur zu betrachten. Also dreidimensional. Sprich: erst wenn die Rückseite eines Kleidungsstücks durchkomponiert ist und mit dem Rest perfekt harmoniert, ist es gelungenes Design. Jil Sander-Chefdesigner Raf Simons zeigte jetzt bei den Mailand-Schauen für den kommenden Winter, dass er sein Handwerk beherrscht. Mit seinen skulpturalen, absolut minimalistischen Entwürfen unterstrich er wiederum, dass es keinen besseren für den Job gibt, die Lücke von Namensgeberin Jil Sander auszufüllen. Die Queen of less kann sich beim Anblick der Kaschmir-Kleider und Kostüme entspannt in den Schaukelstuhl zurücklehnen und dem Gemüseanbau in ihrem „Schrebergarten“ widmen. Ihr stilistisches Erbe ist in guten Händen.






Herrenschauen Mailand
So bevor in Paris (22. bis 25. Januar) gezeigt wird, was mann nächsten Herbst und Winter so trägt, hier noch schnell ein kurzer Rückblick auf Mailand. Die Stimmung dort, so pfiffen es die Spatzen von den Dächern: wenig Partys, keine Promis (außer der Becks-Sippe), familiär, wenig Extravaganz dafür sexiness und klare Formen. Die Key pieces im Detail:

Neue Silhouette bei Jil Sander. Chefdesigner Raf Simons zeigt extrem tailierte Schnitte. Darin kriegt jeder noch so schmale Hanswurst ein sexy Schwimmer-V.

Außerdem gab’s interessante Farbverläufe, Dégradés genannt.

Das neue Design-Duo, Roberto Rimondi und Tommaso Aquilani, für das Modehaus Gianfranco Ferré haben für mich eine der besten Arbeiten abgeliefert. Viel Leder, traumhaften Strick, tolle Linien, skulpturale Kragen…


… sowie brillante Abendmode.

Mein absolutes Lieblingsteil sind die fleischfarbenen Socken bei Alessandro Dell’Aqua. Die zogen sich wie ein roter Faden durch die Kollektion.

Und was trägt mann in der Krise? Richtig! Gold.

Eigentlich sind Lammfell-Jacken nicht so mein Ding. Aber diese hier von Dsquared könnte mir gefallen


Tolle Farb- und Muster-Kombis sah man bei Gucci…

… schicke Doppelreiher-Anzüge bei Prada.

Was man auf der Piste trägt, zeigte Thom Browne für die Edel-Daunen-Jacken-Marke Moncler.
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