Nachtrag zu B.W.

In der Wochenendausgabe der SZ bewerteten sieben deutsche Modedesigner die Branche und ihre eigene Zukunft. B.W. unterstreicht darin noch einmal seine Ausnahmestellung als künstlerischer Designer, bleibt unbeeindruckt von finanziellen Ängsten: „Beim Entwerfen denke ich keine Sekunde an Produktionskosten oder Abverkäufe.“ Und weiter: Für Mykita entwerfe ich Sonnenbrille, für Uslu Airlines Nagellack und für Camper demnächst Schuhe. Reich wird man damit auch nicht, aber seit wann macht Geld schon frei?“ Wie recht du hast!
Bernhard Willhelm uphill!
Highlight der Berliner Modewoche am Samstag-Abend: Bernhard Willhelm-Schau. Willhelms Bekenntnis zum Modestandort Berlin? Oder schlichtweg Notlösung wegen finanzieller Probleme (Willhelm hatte auf die Herrenmodewoche in Paris verzichtet)? Letzteres pfiffen die Vögelchen scharenweise von den Dächern des Postbahnhofs. Wen wundert’s. Ein Avantgardist wie Willhelm, zudem immer noch unabhängig von einem großen Luxuskonzern, arbeitet nicht erst seit der globalen Finanzkrise am finanziellen Limit. Der Berliner-Modemeute wird’s recht sein – also, dass B.W. in Berlin präsentiert, natürlich nicht dass B.W. das Wasser bis zum Hals steht.
So gab es auch keine klassische Laufsteg-Schau, sondern eine Installation – und es hat funktioniert. Die Stimmung war erfrischend, was nicht nur am Thema Olympische Winterspiele lag (wie der Nachbau des Eiffelturms da reinpasst, bleibt wohl allerdings Bernhards Geheimnis). Die ganze Szenerie glich einem Ski-Cross-Parcours. Gestrauchelt ist B.W. dabei auf jeden Fall nicht, höchstens die Gäste von zu viel Leninschweiß (Leninschweiß nannte man in der DDR Himbeerlimonade. Die Variante im Postbahnhof war 50/50 HL und Vodka. Vergesst Cosmos! Der Drink bringt’s).


Alle Models trugen Make-up oder fesche Bärte mit Goldstaub oder waren mit Lametta behangen.

Der Meister himself: B.W.

Natürlich gab’s geilen Strick.
Und B.Ws. beliebte Kniestrümpfe und Strumpfhosen

Es war schrill und bunt.


Und SEX pur!


Mit denen geh ich gern mal in die Loipe!!!!!!!!!

Und es gab wieder großartige, präzise geschnittene Jacken und Sweater im willhelminischen Stil

Lieber Bernhard! Berlin empfinge dich mit großen Armen bei der nächsten Modewoche. Eine tolle Bewerbung hast du gestern abgegeben.
Einen Kommentar schreiben