Neulich beim Ivan
Stuttgarter Platz, S-Bahnhof Berlin-Charlottenburg - hier geht abends die rote Laterne an. Allerdings gibt’s hier auch das beste russische Essen westlich von Moskau. Im „Stschastliwuij Djen“ kocht Mama im farbgestressten Dederon-Kittel lecker Bortsch, gebackenen Karpfen, Pelmeni, Piroggen, Blinis, Soljanka und Schnitzel – alles deftig, kräftig, saulecker und 24/7. Dazu gibt’s Tee aus dem Samowar und reichlich Bordsteinschwalben, die hier dann auch ein Stück Heimat kriegen.

Nachtrag Modewoche Berlin
Me likeeeee!

Nachwuchstalent Joel Horwitz nahm am Wettbewerb „Designer for Tomorrow“ von Peek & Cloppenburg teil (Nachfolger vom Karstadt-Wettbewerb). Horwitz’ zeigte seine fantastisch modernen Männersilhouetten bereits schon bei der UdK-Schau im Sommer 2008. Hauptsächlich bedient er sich der Technik des digitalen Stoffdrucks. Heraus kommen poetische, farbgewaltige Entwürfe, perfekt komponiert, keineswegs zu schrill. Da kann sich so manch Etablierter eine Scheibe an Inspiration abschneiden


Die Schuhe für die Kollektion wurden von Asics gesponsert. Natürlich im neutralen Weiss. Die Farbe bekamen sie dann von Horwitz. Gibt’s leider noch nicht im Laden.

Klar, dass Joel Horwitz letztendlich den Wettbewerb gewann. Kommen die Sachen jetzt auch, wie damals bei Karstadt, in die P&C-Kaufhäuser?
Bernhard Willhelm uphill!
Highlight der Berliner Modewoche am Samstag-Abend: Bernhard Willhelm-Schau. Willhelms Bekenntnis zum Modestandort Berlin? Oder schlichtweg Notlösung wegen finanzieller Probleme (Willhelm hatte auf die Herrenmodewoche in Paris verzichtet)? Letzteres pfiffen die Vögelchen scharenweise von den Dächern des Postbahnhofs. Wen wundert’s. Ein Avantgardist wie Willhelm, zudem immer noch unabhängig von einem großen Luxuskonzern, arbeitet nicht erst seit der globalen Finanzkrise am finanziellen Limit. Der Berliner-Modemeute wird’s recht sein – also, dass B.W. in Berlin präsentiert, natürlich nicht dass B.W. das Wasser bis zum Hals steht.
So gab es auch keine klassische Laufsteg-Schau, sondern eine Installation – und es hat funktioniert. Die Stimmung war erfrischend, was nicht nur am Thema Olympische Winterspiele lag (wie der Nachbau des Eiffelturms da reinpasst, bleibt wohl allerdings Bernhards Geheimnis). Die ganze Szenerie glich einem Ski-Cross-Parcours. Gestrauchelt ist B.W. dabei auf jeden Fall nicht, höchstens die Gäste von zu viel Leninschweiß (Leninschweiß nannte man in der DDR Himbeerlimonade. Die Variante im Postbahnhof war 50/50 HL und Vodka. Vergesst Cosmos! Der Drink bringt’s).


Alle Models trugen Make-up oder fesche Bärte mit Goldstaub oder waren mit Lametta behangen.

Der Meister himself: B.W.

Natürlich gab’s geilen Strick.
Und B.Ws. beliebte Kniestrümpfe und Strumpfhosen

Es war schrill und bunt.


Und SEX pur!


Mit denen geh ich gern mal in die Loipe!!!!!!!!!

Und es gab wieder großartige, präzise geschnittene Jacken und Sweater im willhelminischen Stil

Lieber Bernhard! Berlin empfinge dich mit großen Armen bei der nächsten Modewoche. Eine tolle Bewerbung hast du gestern abgegeben.