Schlips statt Döner
Edle Seidenkrawatten und Kreuzberger Hinterhof passen irgendwie nicht zusammen. Und doch fertigt die Firma Edsor Kronen seit 100 Jahren genau dort (Skalitzer Straße 100) edle Binder für den Mann. Der Berliner Tagesspiegel hat mal hinter die Hinterhoffassade geblickt und ein seltenes Berliner Pflänzchen ausgegraben.

Foto: Tagesspiegel
Coco Perez
Promi-Lästermaul Perez Hilton wird sich neuerdings auch gehörig über die Mode-Welt auslasse: Auf seinem neuen Blog (und jetzt haltet euch fest!!!) „Coco Perez“. Da sind wir doch gespannt auf Hiltons gewohnt derbe, umverblümte Kritik.

Ronson im Schuh
Die heißeste Sahneschnitte des Musikbusiness macht jetzt auch noch in Schuhe: Mark Ronson entwirft exklusiv drei Modelle für Gucci meldet men.style.com via WWD. Die limitierten Treter soll’s ab Oktober exklusiv in so genannten Gucci-pop-up-shops (???) geben, für 500 bis 600 Dollar. So umwerfend sind’se dann auch wieder nicht!

Foto: PR
Audienz bei Cindy Sherman
In der August-Ausgabe der US-Vogue gibt die amerikanische Fotokünstlerin Cindy Sherman exklusive Einblicke ins Privatleben und öffnet die Türen zu ihrer neuen New Yorker Stadtwohnung. Im Gegensatz zu ihren beklemmenden, ekelerregenden und oft brutalen Fotografien (Sherman schlüpft dabei als ihr eigenes Modell in verschiedene Rollen) strahlt das Apartment freundlich, bunt, hell und modern. Den Artikel und eine kleine Fotogalerie gibt’s zum Glück online.

Foto: François Halard
Fernseh-Tipp
Alle, die trotz Biergartenwetter lieber vor der Glotze hängen wollen – Arte zeigt in seiner Lino Ventura Reihe Montag um 21 Uhr den Krimi „Das Verhör“ mit eben Lino Ventura, Michel Serrault und Romy Schneider in den Rollen. Der Film aus dem Jahr 1981 basiert auf dem Kriminalroman „Gehirnwäsche“ des Briten John Wainwright und gewann damals gleich vier! Césars.
Go bare down there!!
Voller Busch oder Knabenlook? Kein Thema ist derzeit heißer als die Intimrasur. Alle berichten darüber: Zeit („Schönheit unter der Gürtellinie), Spiegel („Deutschland zwischen Wildwuchs und Intimrasur“), taz („Deutschland ganz unten“), Bild („Wir hätten da mal eine haarige Frage“). Und wer hat’s erfunden? Klar: die Schwulen!! Denn was vor Jahren noch als „gay“ galt, macht heute jeder (vor allem die, die es vorher „gay“ fanden) und gilt als salonfähig. Womit wieder mal bewiesen ist, dass es nur die richtige Zeit und den richtigen Ort braucht damit irgendwann jeder Quatsch zum vermeintlichen Trend erhoben wird. Oder wie es schon bei SATC pointiert wurde: Erst kommen die Schwulen. Dann kommen die Mädchen. Und dann kommt die Industrie!!!

Männer an den Herd!
Von wegen Medienkrise! Denn mittendrin startet der Gruner+Jahr-Verlag ab Herbst ein ziemlich mutiges Magazinkonzept: Beef! soll „Männer auf den Geschmack bringen“ – und an den Herd. Die ersten pdfs sehen absolut stylish aus und die Themenauswahl („Das muss jeder Mann ohne Rezept kochen können“, „Tatort Küche“) klingt gelungen. Die erste Ausgabe gibt’s ab 15. Oktober am Kiosk, vier Ausgaben pro Jahr sind geplant. Skepsis ist angebracht beim Copy-Preis von 9,80!! Euro. Bekanntlich sind Männer simpel gestrickt und werden wohl nur zugreifen, wenn neben Rouladen & Co. die Fleischeslust in Form von babyölglänzenden Titten im Mittelteil gestillt wird.

Ausstellungs-Tipp
Ab dem 17. Juli zeigt der Berliner Martin-Gropius-Bau erstmals eine große Werkschau der Fotografin Herlinde Koelbl. Ja die mit der roten Vogelnest-Frisur. Die Ausstellung zeigt eine ganze Reihe bekannter Fotoserien, darunter „Spuren der Macht – Wie das Amt den Menschen verändert“, in der sie über Jahre hinweg Politiker befragte, fotografierte und begleitete. Am deutlichsten lässt sich die Veränderung übrigens bei Angela Merkel feststellen, meint die Künstlerin!
Herlinde Koelbl. Fotografien 1976–2009, Martin-Gropius-Bau Berlin, 17. Juli bis 1. November 2009
© Herlinde Koelbl
Und wer dann schon mal im Martin-Gropius-Bau ist, dem sei gleich noch die Ausstellung „Le Corbusier – Kunst und Architektur“ (bis 5. Oktober) ans Herz gelegt.

Philips-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel, 1958. © FLC / VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Bachmannpreis
Mit seinem Romanauszug „Bis dass der Tod“ hat Jens Petersen den diesjährigen Bachmannpreis gewonnen. Der studierte Mediziner hat schon einiges veröffenticht, unter anderem sein vielfach gelobtes Romandebüt „Die Haushälterin“, wofür er auch den aspekte-Literaturpreis gewann. Mir persönlich ist der Gewinner-Text zu sperrig, zu düster. Wesentlich besser gefällt mir (auch die Jury war ganz positiv) der komisch-schlaue Beitrag der Österreicherin und Debütantin Caterina Satanik, die leider nix gewann.
taz mit neuer Chefin
Nach 21 Jahren – davon elf als Chefredakteurin – verlässt Bascha Mika die taz. Einen kleinen „Nachruf“ auf die „Chefin“ und wer die Neue wird, lest ihr auf Spiegel-Online.
© taz.de
