Na logisch!
Nürnberg – eher bekannt für Rostbratwürstchen denn für kulturelle Highlights. Doch jetzt lohnt sich die Reise ins Fränkische (mal abgesehen vom Fabrikverkauf bei Adidas): Bis zum 14. Februar 2010 zeigt die Kunsthalle Nürnberg die große Retrospektive „Logisch!“ des deutschen Fotokünstlers Juergen Teller (Teller ist in Erlangen geboren). Neben so berühmten Fotos wie dem der ungeschminkten Kate Moss aus dem Jahr 1996…
… sind auch drei neue Serien zu sehen: Für Paradis z. B. posierten die englische Schauspielerin Charlotte Rampling und das brasilianische Mode Raquel Zimmermann nackt im Pariser Louvre. Ansehen? Logisch!
Juergen Teller vor dem Foto „Selfportrait in white jeans“
Thomas Demand Ausstellung in Berlin
Ab 18. September bis zum 17. Januar präsentiert die Neue Nationalgalerie in Berlin die bisher größte Einzelausstellung des deutschen Fotokünstlers Thomas Demand. Über das Prinzip seiner Arbeit wurde hier ja schon berichtet.

Ausstellungs-Tipp
Ab dem 17. Juli zeigt der Berliner Martin-Gropius-Bau erstmals eine große Werkschau der Fotografin Herlinde Koelbl. Ja die mit der roten Vogelnest-Frisur. Die Ausstellung zeigt eine ganze Reihe bekannter Fotoserien, darunter „Spuren der Macht – Wie das Amt den Menschen verändert“, in der sie über Jahre hinweg Politiker befragte, fotografierte und begleitete. Am deutlichsten lässt sich die Veränderung übrigens bei Angela Merkel feststellen, meint die Künstlerin!
Herlinde Koelbl. Fotografien 1976–2009, Martin-Gropius-Bau Berlin, 17. Juli bis 1. November 2009
© Herlinde Koelbl
Und wer dann schon mal im Martin-Gropius-Bau ist, dem sei gleich noch die Ausstellung „Le Corbusier – Kunst und Architektur“ (bis 5. Oktober) ans Herz gelegt.

Philips-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel, 1958. © FLC / VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Erdbeerkuchen mit Li Edelkoort
Drei Tage Möbelmesse Salone in Mailand – drei Tage Chaos, kein TV (Was bitte ist Schweinegrippe?) und gefühlte zehn Marathons gelaufen. Die Highlights und Trends von der Messe gibt’s morgen auf Bild.de. Parallel zu den Ausstellungen auf der Fiera ist ganz Mailand im Designfieber mit über 400 Veranstaltungen auf dem Fuorisalone und dem Zentrum Zona Tortona. „Mailänder Möbelmesse ist wie Weihnachten“, wie mir ein Milanese erzählte. Sogar die meisten Geschäfte hatten am Samstag geöffnet, trotz Nationalfeiertag.
Zu viel der Eindrücke, um sie hier alle aufzuschreiben. Persönlicher Höhepunkt war ein kurzes Kennenlernen am Samstagnachmittag mit Li Edelkoort in der Spazio Rossana Orlandi, einem kleinen Refugium in einer ehemaligen Krawattenfabrik im Magenta District (das großartige Restaurant Pane e Acqua ist gleich nebenan). Eine Gruppe älterer Frauen verköstigte die Salone-Besucher mit Caffè und Selbstgebackenem (Himmlisch: Erdbeertorte mit Aprikosenkonfitüre) im großzügigen Wintergarten, und Designtalente des Designhuis Eindhoven zeigten ihre Arbeiten, kuratiert von Li Edelkoort, die persönlich zugegen war. Und so ergab sich zufällig eine Plauderei über Gardening (wovon ich genauso wenig verstehe, wie von einem Automotor), die wunderbare Stimmung im Spazio (die an diesem Nachmittag sogar Designer Konstantin Grcic anzog) und Pfingstrosen, die überall auf den Tischen so herrlich blühten. Auf Bildern wirkt Li Edelkoort streng, ungemütlich und unnahbar. An diesem Nachmittag entpuppte sich die Hohepriesterin der Trendvorhersage mit den blitzend blauen Augen einer jungen Göre als außerordentlich charmant, warmherzig, entspannt, redselig – ja irgendwie mütterlich. 






Großes Kino
Der Vorspann eines Films kann oft schon großes Kino sein – und ist manchmal sogar besser als der Rest des Films. Die Berliner Kunstwerke setzen diesem eigenen filmischen Genre in der Ausstellung „Vorspannkino“ bis zum 19. April ein Denkmal. Unter den 54 gezeigten „Filmen“ finden sich u. a. die legendären openings der Bond-Filme (unterstützt durch die ebenfalls legendären Bond-Songs) sowie die Meisterwerke von Saul Bass, hier das Beispiel von Vertigo:
Ein Beispiel aus der Bond-Reihe: Goldfinger
Ebenfalls in der Ausstellung: Der Vorspann zu Quentin Tarantinos Death Proof
Und ein Beispiel, welches regelmäßig sonntags ab 20.15 die Fernsehzuschauer fesselt
form follows material
Alltagsgegenstände und Möbel, deren Form sich aus der Verwendung experiementeller Werkstoffe ergießt, zeigt die Ausstellung „Formlose Möbel“ im MAK in Wien vom 28. Mai bis 26. Oktober 2008.
Portrait of my Mother’s Chesterfield Chair, 1964. Design: Gunnar Aagaard Andersen. Ausführung: Dansk Polyether Industri Polyurethanschaumstoff © Tecta/MAK




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