Audienz bei Cindy Sherman
In der August-Ausgabe der US-Vogue gibt die amerikanische Fotokünstlerin Cindy Sherman exklusive Einblicke ins Privatleben und öffnet die Türen zu ihrer neuen New Yorker Stadtwohnung. Im Gegensatz zu ihren beklemmenden, ekelerregenden und oft brutalen Fotografien (Sherman schlüpft dabei als ihr eigenes Modell in verschiedene Rollen) strahlt das Apartment freundlich, bunt, hell und modern. Den Artikel und eine kleine Fotogalerie gibt’s zum Glück online.

Foto: François Halard
Fernseh-Tipp
Alle, die trotz Biergartenwetter lieber vor der Glotze hängen wollen – Arte zeigt in seiner Lino Ventura Reihe Montag um 21 Uhr den Krimi „Das Verhör“ mit eben Lino Ventura, Michel Serrault und Romy Schneider in den Rollen. Der Film aus dem Jahr 1981 basiert auf dem Kriminalroman „Gehirnwäsche“ des Briten John Wainwright und gewann damals gleich vier! Césars.
Go bare down there!!
Voller Busch oder Knabenlook? Kein Thema ist derzeit heißer als die Intimrasur. Alle berichten darüber: Zeit („Schönheit unter der Gürtellinie), Spiegel („Deutschland zwischen Wildwuchs und Intimrasur“), taz („Deutschland ganz unten“), Bild („Wir hätten da mal eine haarige Frage“). Und wer hat’s erfunden? Klar: die Schwulen!! Denn was vor Jahren noch als „gay“ galt, macht heute jeder (vor allem die, die es vorher „gay“ fanden) und gilt als salonfähig. Womit wieder mal bewiesen ist, dass es nur die richtige Zeit und den richtigen Ort braucht damit irgendwann jeder Quatsch zum vermeintlichen Trend erhoben wird. Oder wie es schon bei SATC pointiert wurde: Erst kommen die Schwulen. Dann kommen die Mädchen. Und dann kommt die Industrie!!!

Männer an den Herd!
Von wegen Medienkrise! Denn mittendrin startet der Gruner+Jahr-Verlag ab Herbst ein ziemlich mutiges Magazinkonzept: Beef! soll „Männer auf den Geschmack bringen“ – und an den Herd. Die ersten pdfs sehen absolut stylish aus und die Themenauswahl („Das muss jeder Mann ohne Rezept kochen können“, „Tatort Küche“) klingt gelungen. Die erste Ausgabe gibt’s ab 15. Oktober am Kiosk, vier Ausgaben pro Jahr sind geplant. Skepsis ist angebracht beim Copy-Preis von 9,80!! Euro. Bekanntlich sind Männer simpel gestrickt und werden wohl nur zugreifen, wenn neben Rouladen & Co. die Fleischeslust in Form von babyölglänzenden Titten im Mittelteil gestillt wird.

Ausstellungs-Tipp
Ab dem 17. Juli zeigt der Berliner Martin-Gropius-Bau erstmals eine große Werkschau der Fotografin Herlinde Koelbl. Ja die mit der roten Vogelnest-Frisur. Die Ausstellung zeigt eine ganze Reihe bekannter Fotoserien, darunter „Spuren der Macht – Wie das Amt den Menschen verändert“, in der sie über Jahre hinweg Politiker befragte, fotografierte und begleitete. Am deutlichsten lässt sich die Veränderung übrigens bei Angela Merkel feststellen, meint die Künstlerin!
Herlinde Koelbl. Fotografien 1976–2009, Martin-Gropius-Bau Berlin, 17. Juli bis 1. November 2009
© Herlinde Koelbl
Und wer dann schon mal im Martin-Gropius-Bau ist, dem sei gleich noch die Ausstellung „Le Corbusier – Kunst und Architektur“ (bis 5. Oktober) ans Herz gelegt.

Philips-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel, 1958. © FLC / VG Bild-Kunst, Bonn 2009

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